Gesundheit: Zwischen Leistungsanspruch und Körpergefühl
Teil 1 der Serie „Mentale Entlastung im Berufsalltag“
Gesundheit, Stress und mentale Entlastung für Fach- und Führungskräfte zum Jahresbeginn
Der Jahresbeginn hat seine eigene Dynamik.
Kalender füllen sich, Ziele werden geschärft, Prioritäten neu gesetzt. Auch das Thema Gesundheit rückt wieder in den Fokus – oft begleitet von dem Vorsatz, in diesem Jahr bewusster mit sich umzugehen.
Und doch erleben viele Fach- und Führungskräfte etwas anderes:
Der Körper zieht nicht sofort nach. Energie ist nicht auf Knopfdruck verfügbar. Die Leistungsfähigkeit schwankt.
Was dann entsteht, ist selten Sorge um den Körper allein.
Es ist der innere Kommentar dazu:
„Jetzt erst recht.“
„Das sollte besser laufen.“
„So darf es nicht bleiben.“
Genau hier beginnt eine Form von Stress, die häufig übersehen wird.
Dieser Blog-Artikel ist eine bewusste Reflektion zum Thema Gesundheit und das Erkennen von Zusammenhängen zwischen innerem Druck, Denkgewohnheiten und mentaler Entlastung.
Aus der Praxis: Erwartungen laufen dem Jahresbeginn voraus
Thomas, 51, ist Bereichsleiter.
Der erste Arbeitstag im neuen Jahr steht bevor. Der Kalender ist noch überschaubar, die E-Mails ruhig, vieles fühlt sich nach Neustart an.
In den freien Tagen hat Thomas darüber nachgedacht, wie er in dieses Jahr gehen möchte.
Gesundheit bewusster im Blick behalten. Abende nicht mehr ganz so lange gedanklich bei der Arbeit sein. Insgesamt etwas mehr Balance.
Am Vorabend des ersten Arbeitstags sitzt er noch einmal da und schaut auf die kommende Woche. Nicht mit Stress – eher mit einer Mischung aus Klarheit und leiser Anspannung.
Dieser Gedanke zeigt sich:
„Ich hoffe, dass ich das diesmal besser hinbekomme.“
Was dieser Gedanke auslöst:
- einen inneren Anspruch an den Start
- eine Erwartung an sich selbst
- die leise Sorge, wieder schneller im alten Modus zu landen als geplant
Noch ist nichts passiert.
Und doch ist innerlich bereits viel in Bewegung.
Anleitung: 4 Schritte im Alltag
Ein kurzer Moment der Ruhe schafft Abstand zum gewohnten inneren Takt.
Ein Gedanke zu Gesundheit wird bewusst festgehalten.
Beobachten, ob dieser Gedanke entlastend wirkt oder innerlich Druck erzeugt.
Der Gedanke bleibt stehen, ohne korrigiert oder optimiert zu werden.
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Extra-Impuls: Der unterschätzte Stressfaktor
In vielen Gesprächen zeigt sich ein ähnliches Muster:
Nicht der Arbeitsumfang erschöpft zuerst, sondern die permanente innere Anspannung, etwas nicht gerecht zu werden.
Gedanken wie:
- „Ich darf mir das nicht erlauben.“
- „Ich muss funktionieren.“
- „Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt.“
Diese innere Haltung kostet Energie – oft unbemerkt.
Fazit
Gesundheit beginnt nicht immer mit einem neuen Vorsatz. Manchmal beginnt sie mit einer nüchternen Frage:
Wie spreche ich innerlich mit mir, wenn es nicht rund läuft?
Allein diese Beobachtung kann Druck reduzieren – und damit Spielraum schaffen.
- Gesundheit ist auch ein mentales Thema
- Innerer Druck kostet Energie
- Klarheit entlastet nachhaltig
Stress – Warum er uns nicht krank macht, Kelly McGonigal
Ein fundierter, gut verständlicher Einstieg in den Zusammenhang von Stress, innerer Haltung und Gesundheit – besonders geeignet für Menschen in Verantwortung.
